Morgahard (Schrift)

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Eine Abschrift, ausgezeichnete Qualität

Grausam überrollte uns die Kriegsmaschinerie der Orks. Wie gelähmt standen und besahen wir das Elend, was über uns kam. Ein jeder nahm nur, was er am Leibe trug und floh in die Wälder. Dort harrten wir unserem sicheren Ende, Wurzeln waren unser Brot und unser Bett. Die Orks hatten der gesamten Insel ihren Willen aufgezwungen und einem jeden, dem sie habhaft werden konnten, pressten sie ohne Gnade in die Sklaverei. Auf den Feldern des Großbauern, zum herrlichen Verrecken durch Arbeit und Peitschen getrieben. Wir hatten mit dem Leben gebrochen und einig waren wir darin niemals in orkische Gefangenschaft zu gehen. Doch dann erschien Morgahard in unserem Lager.

Wenige Tage vergingen bis Morgahard das Heft des Handels ergriff. Er erschlug Sentenza und Jarvis, beendete den Zwist, der uns schwächte. Wir folgten ihm. Anfangs aus Ermangelung eines besseren. Er gab uns unseren Willen zurück, er zeigte uns, wie wir uns die Früchte des Waldes zu eigen machten. Die Zeit verstrich und es wurde besser, ein Dach über dem Kopf und ein voller Magen. Morgahards Gaben wirken im Nachblick bescheiden, doch fühlten wir uns wie Könige.

Eines Nachts am Lagerfeuer offenbarte er sich uns, er wollte den Konflikt mit den Orks. Nadelstiche, die ihre Invasion zu einem unerträglichen Unterfangen machen sollten. Wir zweifelten, doch war es ihm gleich. Nur freien Männern würde er seine Flanke anvertrauen, so ein jeder sollte für sich selbst entscheiden ob er sich zurück aufs Schlachtfeld wirft. Wir folgten ihm, zagend, aber wir folgten. So beschwor er uns auf das was wir jetzt waren. Freibrüder. Unsere Hände Werkzeuge, unser Ertrag Leben, unser Land, unser Vermächtnis.

Die Orkarmee war kein festgefügtes Bollwerk. Patrouillen durchstreiften unbedarft unser Land auf der Suche nach Sklaven und Versprengten. Sie waren das erste Ziel unseres Aufbäumens. Leichte Siege, sie hinterließen bei Morgahard einen faden Beigeschmack. Waffen, Vorräte, alles stapelte sich in unserem Lager, doch brachte es uns dem Ziel keinen Schritt näher. Morgahard gierte nach den Feldern. Die Felder, Rückgrat der orkischen Besatzung.

Er entschied am helllichten Tage anzugreifen, wir verurteilten diese Narretei. Doch fest stand Morgahard in dem Glauben, das die Sklaven auf den Feldern sich uns sofort anschlossen würden, wenn sie bemerkten, das ihre Aufseher besiegt worden. Dies war sein Fehler. Die Versklavten suchten ihr Heil in der Flucht, anstatt ihr Los in der Schlacht zu wenden. Ein Wimpernschlag und unsere Schlachtordnung war zersprengt. Morgahard erteilte zum ersten und letzten mal einen Befehl. Rückzug.

Cord, Morgahards rechte Hand, schleppte ihn zwei Tage später zurück ins Lager. Seine Wunden waren tief, und keiner unter uns, der sich auf die Heilkunst verstand. Er lachte über uns, wir könnten nur trauern in einem Moment des Triumphes. Viele waren befreit worden und die Erntezeit käme, schon bald würden die Orks den Gürtel enger schnallen müssen. So endete Morgahard und verschied.