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Der war ein Fräulein, das konnt nicht Treu sein | Der war ein Fräulein, das konnt nicht Treu sein | ||
Da hat Sie betrogen, die Männer belogen | Da hat Sie betrogen, die Männer belogen | ||
Ziemlich gerissen, niemand wird sie vermissen | Ziemlich gerissen, niemand wird sie vermissen | ||
Mann fand Sie tot, bei den Schafen im Kot | Mann fand Sie tot, bei den Schafen im Kot | ||
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Mein Grim stirbt nicht mit mir. Wir rechnen später ab Sentenza. | Mein Grim stirbt nicht mit mir. Wir rechnen später ab Sentenza. | ||
Jarvis Tagebuch | |||
=Jarvis Tagebuch= | |||
Viele Seiten fehlen, der Buchrücken ist angesengt. | Viele Seiten fehlen, der Buchrücken ist angesengt. | ||
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Tag 892 | Tag 892 | ||
Wollt ihr mich verarschen | Wollt ihr mich verarschen? Die Grünhäute haben den Pass genommen. Zeit, die Beine in die Hand zu nehmen. | ||
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Im Namen König Rhobars I. verurteilen wir Urzin zum Tode durch den Strang. Binnen 3 Tagen ist das Urteil zu vollstrecken. | Im Namen König Rhobars I. verurteilen wir Urzin zum Tode durch den Strang. Binnen 3 Tagen ist das Urteil zu vollstrecken. | ||
Vergilbte Gerichsakte | =Vergilbte Gerichsakte= | ||
Brennt gut! | Brennt gut! | ||
Beklagter: Hederich, vom Festland | Beklagter: Hederich, Bürger vom Festland | ||
Hederich erschlug nach einen Zank den ehrenwerten Statthalter Waldemar. Ein Dutzend können es bezeugen als auch die Miliz. | Hederich erschlug nach einen Zank den ehrenwerten Statthalter Waldemar. Ein Dutzend können es bezeugen als auch die Miliz. | ||
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Im Namen König Rhobars II. verurteilen wir Bennet zum Tode durch den Strang. Binnen 3 Tagen ist das Urteil zu vollstrecken. | Im Namen König Rhobars II. verurteilen wir Bennet zum Tode durch den Strang. Binnen 3 Tagen ist das Urteil zu vollstrecken. | ||
Neuerliche Beweise wurden vorgelegt aus den ersichtlich das Bennet unschuldig. Das Urteil wurde revidiert. | Neuerliche Beweise wurden vorgelegt aus den ersichtlich wurde, das Bennet unschuldig ist. Das Urteil wurde revidiert. | ||
=Fingers Gerichtsakte= | =Fingers Gerichtsakte= | ||
Beklagter: Fingers, Bewohner des Hafenviertels zu Khorinis | Beklagter: Fingers, Bewohner des Hafenviertels zu Khorinis | ||
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Khorinis erwach, erhebe dich jetzt, die grausame Nacht hat ein End. | Khorinis erwach, erhebe dich jetzt, die grausame Nacht hat ein End. | ||
Und Innos schickt wieder die Strahlen hernieder vom blauen Himmelsgezelt. | Und Innos schickt wieder die Strahlen hernieder vom blauen Himmelsgezelt. | ||
Der Scavenger singt frohe Lieder ins Tal, das Meer ermuntert uns all. | Der Scavenger singt frohe Lieder ins Tal, das Meer ermuntert uns all. | ||
Und der Bauer bestellt, wieder Acker und Feld, bald blüht es all überall. | Und der Bauer bestellt, wieder Acker und Feld, bald blüht es all überall. | ||
Bau auf, bau auf, bau auf, bau auf, freies Khorinis, bau auf. | Bau auf, bau auf, bau auf, bau auf, freies Khorinis, bau auf. | ||
Fur eine bessre Zukunft richten wir die Heimat auf! | Fur eine bessre Zukunft richten wir die Heimat auf! | ||
Bau auf, bau auf, bau auf, bau auf, freies Khorinis, bau auf. | Bau auf, bau auf, bau auf, bau auf, freies Khorinis, bau auf. | ||
Fur eine bessre Zukunft richten wir die Heimat auf! | Fur eine bessre Zukunft richten wir die Heimat auf! | ||
Allüberall der Hammer ertönt, die werkende Hand zu und spricht: | Allüberall der Hammer ertönt, die werkende Hand zu und spricht: | ||
Khorinis, pack an, brich dir selber die Bahn, fur Frieden, Freiheit und Recht. | Khorinis, pack an, brich dir selber die Bahn, fur Frieden, Freiheit und Recht. | ||
Kein Zwang und kein Drill, der eigene Will’ bestimme dein Leben fortan. | Kein Zwang und kein Drill, der eigene Will’ bestimme dein Leben fortan. | ||
Blicke frei in das Licht, das dir niemals zerbricht. Khorinis steh deinen Mann. | Blicke frei in das Licht, das dir niemals zerbricht. Khorinis steh deinen Mann. | ||
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Dichtkunst von der Insel | Dichtkunst von der Insel | ||
Heimat, reck deine Glieder, kühn und bearmt ist das Volk! | Heimat, reck deine Glieder, kühn und bearmt ist das Volk! | ||
Breit in den Schultern steht wieder, Morgahard vor uns wie er war. | Breit in den Schultern steht wieder, Morgahard vor uns wie er war. | ||
Morgahard und Morgahard vor allen! Khorinis unsterblicher Sohn. | |||
Morgahard und Morgahard vor allen! Khorinis unsterblicher Sohn. | |||
Maßlos gequält und gepeinigt, blieb er und treu und hielt stand. | Maßlos gequält und gepeinigt, blieb er und treu und hielt stand. | ||
Dass ihre Waffen zerbrechen, schirmen wir Strände und See. | In seinem Namen geeinigt, kämpfe, lebendiges Land! | ||
Morgahard und Morgahard vor allen! Khorinis unsterblicher Sohn. | |||
Dass ihre Waffen zerbrechen, schirmen wir Strände und See. | |||
Geben der Welt das Versprechen, standhaft zu bleiben wie er. | Geben der Welt das Versprechen, standhaft zu bleiben wie er. | ||
Frei unsre Wälder und Auen! Bald strömt das Erz wieder frei. | Morgahard und Morgahard vor allen! Khorinis unsterblicher Sohn. | ||
Frei unsre Wälder und Auen! Bald strömt das Erz wieder frei. | |||
Brechen den Orks die Klauen, Morgahard ist immer dabei. | Brechen den Orks die Klauen, Morgahard ist immer dabei. | ||
Morgahard und Morgahard vor allen! Khorinis unsterblicher Sohn. | Morgahard und Morgahard vor allen! Khorinis unsterblicher Sohn. | ||
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=Araxos= | =Araxos= | ||
Bedauern möge man das arme Volk das auf diesem kargen Felsen im myrtanischen Meer leben muss. Die Sommer sind meist nass und kaum eine Saat in den Boden getrieben mag auf dieser Streusandbüchse gedeihen. Was blieb diesem Volke also anderes übrig als ihr Glück auf dem Meer zu suchen? Kaum ist der | Bedauern möge man das arme Volk das auf diesem kargen Felsen im myrtanischen Meer leben muss. Die Sommer sind meist nass und kaum eine Saat in den Boden getrieben mag auf dieser Streusandbüchse gedeihen. Was blieb diesem Volke also anderes übrig als ihr Glück auf dem Meer zu suchen? Kaum ist der junge Knabe dem Mutterschoss entsprungen, zwingt Vater ihm Schiffsplanken unter die Füße. Die Hochseefischer Araxos, schwerlich findet man bessere Seefahrer. Gischt und Gezeiten trotzen Sie seit Alters her und die Früchte des Meeres fordern nicht selten ein Leben als Tribut. Die See ist unwirklich und launisch um Araxos. Das Wetter mag umschwingen in kurzen Augenblicken und die ruhige See wandelt sich in ein stürmisches Weltenende. | ||
Was Araxos den Menschen nicht bot, musste von weit her eingeschifft werden. Der Ruf der Händlergilde von Araxos ist nicht unbegründet. "Ist es Wasser, so werd ichs befahren", so lautet ihr Leitspruch. Die Navigatoren die unter den Kaufleuten von Araxos dienen sind wohl die besten ihres Fachs. Kompass, Sextant, Seekarten, für Sie ist dies Mumpitz. Ein Mann von Araxos segelt nach dem Stand der Sonne und den Sternen. So karg wie Araxos ist, so reich ist es auch und dies allein ist der Verdienst der Händlergilde. | Was Araxos den Menschen nicht bot, musste von weit her eingeschifft werden. Der Ruf der Händlergilde von Araxos ist nicht unbegründet. "Ist es Wasser, so werd ichs befahren", so lautet ihr Leitspruch. Die Navigatoren die unter den Kaufleuten von Araxos dienen sind wohl die besten ihres Fachs. Kompass, Sextant, Seekarten, für Sie ist dies Mumpitz. Ein Mann von Araxos segelt nach dem Stand der Sonne und den Sternen. So karg wie Araxos ist, so reich ist es auch und dies allein ist der Verdienst der Händlergilde. | ||
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Gehörte einst einem Verwilderten | Gehörte einst einem Verwilderten | ||
Tag ? | Tag ??? | ||
Welcher Tag ist heute? Egal. Ein Glück | Welcher Tag ist heute? Egal. Ein Glück, dass diese ganze verdammte Insel von alten Schächten und Tunneln durchzogen ist. Wir sind nur knapp einen Orkpatrouille ausgewichen. Ich dachte, ich kenne meine Heimat gut. | ||
Die Orks lassen einen riesigen Durchbruch durch den Fels treiben. Einer der Sklaven ist | Die Orks lassen einen riesigen Durchbruch durch den Fels treiben. Einer der Sklaven ist zusammengebrochen vom stundenlangen Steine schleppen. Ein Aufseher hat ihn einfach ins Tal runter geworfen. | ||
Wir sind jetzt schon 3 | Wir sind jetzt schon 3 oder 4 Tage in diesem Tunnelsystem. Die Orks lassen ohne Pause arbeiten, auch in der Nacht. Wir müssen wohl noch noch ein wenig länger ausharren. | ||
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Wir Rhobar, | Wir Rhobar, | ||
von Innos Gnaden König von und in Myrtana verkünden wie folgt: | von Innos Gnaden König von und in Myrtana verkünden wir wie folgt: | ||
Fürderhin nehmen wir für uns die Insel Khorinis selbst zum Lehen. | |||
Die Minen auf der Insel unterstehen uns und über ihre Erträge verfügen allein wir. | |||
Die bekannten Ländereien Khorinis und das Minental Westfest werden aufgelöst. | |||
Die Siedlung auf der Insel wird zur dortigen Residenz ernannt und zu einem Hafen ausgebaut, um den Erztransport nach Myrtana zu ermöglichen. | |||
Zuletzt bestimmen wir, dass die Insel Khorinis fortan einem Statthalter anvertraut wird. Dieser wird in binnen zwei Wochen entsandt. | |||
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und einen alten Lumpen, so nennen mich die Leut. | und einen alten Lumpen, so nennen mich die Leut. | ||
Ich liebte einst ein Mädchen, das schwor mir Lieb und Treu. | Ich liebte einst ein Mädchen, das schwor mir Lieb und Treu. | ||
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=Tybo | =Tybo Zyr= | ||
Kannst du Nachts ruhig schlafen Häretiker? | Kannst du Nachts ruhig schlafen Häretiker? | ||
Die niedergeschriebenen | Die niedergeschriebenen Prophezeiungen des Tybo Zyr. Gelehrter und Seher der südlichen Inseln. | ||
1. Prophezeihung | 1. Prophezeihung | ||
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Der gelbe Mann wird kommen. Sein Schatten wird ihm folgen und treuer sein als eine rechte Hand. In seinem Gefolge der lange Mann wird schreiten, seine Worte werden seien wie klingendes Münzspiel, auch so sein Gesang. Sie werden die Geschichte ändern. | Der gelbe Mann wird kommen. Sein Schatten wird ihm folgen und treuer sein als eine rechte Hand. In seinem Gefolge der lange Mann wird schreiten, seine Worte werden seien wie klingendes Münzspiel, auch so sein Gesang. Sie werden die Geschichte ändern. | ||
[[Kategorie:Magie]] | [[Kategorie:Magie]] | ||
Version vom 17. Juni 2015, 21:16 Uhr
Buddler und Parasit
Eine rote Aura umgibt dieses Buch, sie ist sehr sehr mächtig.
Dass die Bestrebungen der einen Mitglieder einer gegebenden Gesellschaft den Bestrebungen der anderen zuwiderlaufen, ist eine allgemein bekannte Tatsache. Der Untergang der Insel hat die Klassengegensätze nicht aufgehoben, im Gegenteil das Erblühen des Bürgertums und des Mittelstands hat neue Klassen geschaffen und neue Bedingungen der Unterdrückung. Unsere Epoche, die Epoche des Parasiten, zeichnet sich dadurch aus, dass sie die Klassengegensätze vereinfacht hat. Gespalten sind wir nun in zwei Lager, in Buddler und Parasiten. Die Mittelstände, der Kaufmann, der Handwerker und der Bauer, sie alle bekämpfen den Parasiten um ihre Existenz vor dem Untergang zu retten. Dabei sind sie nie revolutionär, sonder konservativ. Noch mehr, sie sind reaktionär, denn sie suchen das Rad der Geschichte zurückzudrehen. Sind sie revolutionär, so sind sie es im Hinblick auf den ihnen bevorstehenden Übergang ins Buddleriat, so verteidigen sie nicht ihre gegenwärtigen Interessen, sondern ihre zukünftigen.
Auf einer gewissen Stufe ihrer Entwicklung geraten die materiellen Produktivkräfte der Gesellschaft in Widerspruch mit den vorhandenen Produktionsverhältnissen, sprich den Eigentumsverhältnissen. So wenig man das, was ein Individuum ist, nach dem beurteilt, was es sich selbst dünkt, ebensowenig kann man eine solche Umwälzungsepoche aus ihrem Bewusstsein beurteilen, sondern muss vielmehr dies Bewusstsein aus den Widersprüchen des materiellen Lebens, aus dem vorhandenen Konflikt zwischen gesellschaftlichen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen erklären. In der Betrachtung solcher Umwälzungen muss man stehts unterscheiden zwischen der materiellen Umwälzung und der ideologischen. Es ist insofern logische Konsequenz wenn sich der Buddler erhebt und dem Parasiten die Verhältnisse streitig macht.
Die Unvermeidlichkeit einer Revolution, basiert auf der neu geschaffenen materiellen Grundlage der Gesellschaft. Die intellektuelle und moralische Triebkraft dieser Umwälzung ist das vom Parasiten selbst geschulte Buddleriat. Der Kampf des Buddlers gegen den Parasiten, der sich in verschiedenen und immer inhaltsreicheren Formen äußert, wird unvermeidlich zum politischen Kampf, gerichtet auf die Eroberung der politischen Macht durch das Buddleriat. Die Vergesellschaftung der Produktion muss zum Übergang der Produktionsmittel in das Eigentum der Gesellschaft führen. Der erste Akt dieses neuen Landes, welches sich aus den Trümmern Khorinis erheben wird, wird die Besitzergreifung der Produktionsmittel im Namen der Gesellschaft sein. Dies wird ebenso sein letzte Handlung bleiben. Das Eingreifen einer Gewalt in gesellschaftliche Verhältnisse wird auf einem Gebiet nach dem anderen überflüssig und schläft von selbst ein. An Stelle der Herrschaft über Personen tritt die Verwaltung von Sachen und die Leitung von Produktionsprozessen.
Morgahard
Eine Abschrift, ausgezeichnete Qualität
Grausam überrollte uns die Kriegsmaschinerie der Orks, wie gelähmt standen und besahen wir das Elende was da über uns kam. Ein jeder nahm nur was er am Leibe trug und floh in die Wälder. Dort harrten wir unserem sicheren Enden, Wurzeln waren unser Brot und unser Bett. Die Orks hatten der gesamten Insel ihren Willen aufgezwungen und einem jeden dem sie habhaft werden konnten pressten sie ohne Gnade in die Sklaverei. Auf den Feldern des Großbauern, zum herrlichen Verrecken durch Arbeit und Peitschen getrieben. Wir hatten mit dem Leben gebrochen und einig waren wir darin niemals in orkische Gefangenschaft zu gehen. Doch dann erschien Morgahard in unserem Lager.
Wenige Tage vergingen bis Morgahard das Heft des Handels ergriff. Er erschlug Sentenza und Jarvis, beendete den Zwist der uns schwächte. Wir folgten ihm, Anfangs aus Ermangelung eines besseren. Er gab uns unseren Willen zurück, er zeigte uns wie wir uns die Früchte des Waldes zu eigen machten. Die Zeit verstrich und es wurde besser, ein Dach über dem Kopf und ein voller Magen. Morgahards Gaben wirken im Nachblick bescheiden, doch fühlten wir uns wie Könige.
Eines Nachts am Lagerfeuer offenbarte er sich uns, er wollte den Konflikt mit den Orks. Nadelstiche, Nadelstiche die ihre Invasion zu einem unerträglichen Unterfangen machen sollten. Wir zweifelten, doch war es ihm gleich. Nur freien Männern würde er seine Flanke anvertrauen, so ein jeder sollte für sich selbst entscheiden ob er sich zurück aufs Schlachtfeld wirft. Wir folgten ihm, zagend, aber wir folgten. So beschwor er uns auf das was wir jetzt waren. Freibrüder. Unsere Hände Arbeit, unser Ertrag, unser Land, unser Vermächtnis.
Die Orkarmee war kein festgefügtes Bollwerk. Patrouillen durchstreiften unbedarft unser Land auf der suche nach Sklaven und Versprengten. Sie waren das erste Ziel unseres Aufbäumens. Leichte Siege, sie hinterließen bei Morgahard einen faden Beigeschmack. Waffen, Vorräte, alles stapelte sich in unserem Lager, doch brachte es uns dem Ziel keinen Schritt näher. Morgahard gierte nach den Feldern. Die Felder, Rückgrat der orkischen Besatzung.
Er entschied am hellichten Tage anzugreifen, wir verurteilten diese Narretei. Doch fest stand Morgahard in dem Glauben das die Sklaven auf den Feldern sich uns sofort anschlössen, wenn sie bemerken würden das ihre Aufseher durch den Fleischwolf gedreht werden. Dies war sein Fehler. Die ausgemergelten suchten ihr Heil in der Flucht anstatt ihr Los in der Schlacht zu wenden. Ein Wimpernschlag und unsere Schlachtordnung war zersprengt. Morgahard erteilte zum ersten und letzten mal einen Befehl. Rückzug.
Cord, Morgahards rechte Hand schleppte ihn zwei Tage später zurück ins Lager. Seine Wunden waren tief, und keiner unter uns der sich auf die Heilkunst verstand. Er lachte über uns, wie könnten wir nur trauern in einem Moment des Triumphes. Viele waren befreit wurden und die Erntezeit käme, schon bald würden die Orks den Gürtel enger schnallen müssen. So endete Morgahard und verschied.
Frauenzimmer
Dichtkunst von der Insel
Der war ein Fräulein, das konnt nicht Treu sein
Da hat Sie betrogen, die Männer belogen
Ziemlich gerissen, niemand wird sie vermissen
Mann fand Sie tot, bei den Schafen im Kot
Onars Tagebuch
Das Buch lag lange im Dreck, kaum zu entziffern.
Tag ..... ..... Der Kerl erdreiste sich wirklich mich nach Sold zu fragen. Ich habe disen Nichtsnutz vom Hof gejagt. Soll er Drachen jagen. Drachenjäger, habe nie eine lächerlichere Gestalt gesehen.....
Tag 115 ....Sentenza....
Tag 131 Sentenza ist drei Tage überfällig. Ich hoffe Elena geht es gut. Fraglich wie lange ich es noch mit diesem nervigen Frauenzimmer in diesem Erdloch aushalte.
Tag 133 Mein Grim stirbt nicht mit mir. Wir rechnen später ab Sentenza.
Jarvis Tagebuch
Viele Seiten fehlen, der Buchrücken ist angesengt.
Tag 877 Schweine. Elende Saubande. Torlof und Lee haben sich über Nacht abgesetzt und der Schmied ist auch nicht auffindbar. Ich muss mit Cord sprechen, Sentenza und Raoul denken anscheinend sie können die große Fresse haben.
Tag 878 Gorn und Wolf sind auch nicht auffindbar. Schlecht, das ist sehr schlecht.
Tag 884 Sentenza ging heute zu Onar und hat ihm mitgeteilt das er ab nun uns Söldnern vorstehe. Lächerlich. Ich werd das Schwein auf den Feldern verscharren. Cord, Patrick, Buster, Ich. Khaled und Dar sind wohl mehr oder minder neutral. Auf Cipher brauch ich nicht bauen, bezweifle das er das Minental überlebt hat. Fester, Raoul, Sentenza natürlich. Wird nicht einfach.
Tag 886 Patrick hats hinter sich. Das Schwein ist gerissener als ich dachte. Ich kann mit kein weiteres Zögern leisten.
Tag 891 Dar hat sich in die Stadt verpisst. Ein Mistvieh weniger.
Tag 892 Wollt ihr mich verarschen? Die Grünhäute haben den Pass genommen. Zeit, die Beine in die Hand zu nehmen.
Alte Inventarliste
30 x Weizen, Ballen 46 x Schafe, Lebend 45 x Mehl, Säcke 3 x Rohstahl, Kisten 20 x Käse, Räder 4 x Äpfel, Kisten
Brief von Onar
Ich habe deinen Spielchen langsam satt Sekob. Solange dein Arsch auf meinem Land siedelt wirst du deine Schuld mir gegenüber begleichen. Ich habe an jeder Hand 10 Knechte die alles dafür geben würden, deine Pacht zu übernehmen. Der nächste Söldner den ich schicken muss, wird nicht so nett sein.
Onar
Fernandos Tagebuch
Tag 73 "Auf Befehl des ehrenwerten Statthalters....." Amnestie, ich dachte schon ich müsste auf Dauer in dieser miefigen Zelle ausharren.
Tag 74 Ich lach mich tot, Gebrandt wohnt jetzt in einem Loch im Hafenviertel. Stünden die Dinge besser, ich könnte mich köstlich amüsieren.
Tag 75 Die Hotelschickse erzählte von einer dritten Möglichkeit die Stadt zu verlassen, direkt unter den Füßen der Orks vorbei in die Freiheit. Sie wollte Gold. Innos weiß das ich nicht zu Wohlstand kam weil ich Großzügig war. Zwei Tritte ins Gesicht machten das Frauenzimmer gefügig.
Tag 76 Elende Hure. Sie hat mich in die Irre geführt und ist in den Schatten entschwunden. Wie ein betrunkener irre ich durch diesen Unrat.
Die Drachenjäger
Nie brachte die Zucht des Kampfes größere Krieger auf Khorinis hervor als die Drachenjäger. Männer einfachen Standes, ihr Wille unbeugsam wie Stein. Selbstlos traten sie aus unserer Mitte, als die Drachen zurückkehrten. Ein jeder von ihnen durch Innos berufen. Gold und Titel bedeutete ihnen nichts, guter Stahl und die Blutlust waren ihr einziges Heil. Sie zogen aus ins Minental, unsere guten Wünsche und unseren Dank im Gepäck. Mit dem sengenden Zorn Innos' schlugen sie die Reihen der Orks, die von den Drachen zu ihren Dienerkreaturen berufen worden waren. Hunderte mussten fallen, bis der Weg bereitet war den Hort eines Drachen zu erblicken. Groß wie ein Gasthaus, Zähne scharf wie Rasiermesser, Schuppen, die kein Pfeil zu brechen vermochte, Flügel, deren Spann die Sonne verdunkelten. Die alten Legenden waren wahr, nie hatte man fürchterlicheres gesehen. Doch die Drachen unterlagen, alle. Wochenlang kämpften sich die Drachenjäger durch das Minental, ein öder Landstrich, verheert durch das Drachenfeuer. In ihrem Blut badeten die Jäger, auf das kein Pfeil sie mehr vermochte zu wunden. Aus den Schuppen der Bestien und dem magischen Erz der Insel schmiedeten sie Rüstungen. Rüstungen die selbst die Götter neideten. Die Wucht eines Schlages verging an ihren Panzerplatten, jeglicher Magie und Hexenwerk vermochten diese Harnische zu trotzen. Über das Meer verschwanden die Drachenjäger, sie segelten in den Osten. Das Ende der Welt zu finden und alle Drachen auf Morgrad zu richten.
Unangenehme Wahrheiten
Ersteres ist festzustellen das die mündlichen Überlieferungen über die Drachenjäger in keinster Weise belegbar sind. Meist handelt es sich nicht um Augenzeugenberichte, sondern um frei erfundene Geschichten von den Ergeignissen die sich im Minental zugetragen haben sollen. Zweitens konnte nirgens Verweise auf die Drachenjäger gefunden werden, weder in den Resten der Stadtchronik, noch in privaten Aufzeichnungen. Kein einziger Name eines Drachenjägers wurde für die Nachwelt gesichert, es ist nicht einmal klar wieviele Drachenjäger es wirklich gab. Es ist davon auszugehen das diese Scharlatarne bereits in der Vergangenheit enttarnt wurden und von der Bevölkerung keine weiteres Aufheben um Sie gemacht wurden. Drittens konnte nie belegt werden das je ein Drache durch Sie getötet wurde. Weder sind ihre legendären Rüstungen auffindbar die angeblich aus Drachenschuppen gefertigt wurden, noch existieren Knochen oder andere Belege die die Existenz von Drachen bezeugen könnten. Viertens ist der Umstand der Rückkehr der Drachen. Es gibt keine Belege für ihre Existenz, nur Erwähnungen in den Schritrollen der Paladine. Wirre Berichte aus zweiter Hand, eines gewissen Garond. Es ist anzunehmen das Garond und Garond der Glücklose ein und die selbe Person sind. Eine erfundene Geschichte eines greisen Ritters, der damit versuchte sein eigenes Unvermögen und das scheitern der Paladinexpedition zu rechtfertigen. Gleichwohl auch versagte er bei der Verteidung der Küstengebiete, so das die Orks dort ihren ersten Sieg auf der Insel erringen konnten. Es ist festzustellen, die Rückkehr der Drachen war ein Jahrhundertschwindel, es hat nie Drachen im Minental gegeben. Es ist festzustellen das es sich bei den Drachenjägern nicht um ehrbare Krieger handelte. Es waren gemeinhin Tagediebe und Verbrecher, die sich schlechtgerüstet aufmachten die letzten Schätze der Minenkolonie zu stehlen. Sie betrogen das einfache Volk, pressten ihnen Vorräte ab und verschwanden in die Berge der ehemaligen Strafkolonie, sich rettend vor der später kommenden Invasion.
Garond der Glücklose
Dichtkunst von der Insel
Warst schon mal im Minental? Erz gibts dort überall. Außer für Garond, der findet nichts.
Wie freye ich ein Frauenzimmer?
Hat schon bei Großvater Wunder geholfen.
Die Grundlagen
So dem Herrn sei gewiss, nie war es einfacher zu freyen ein Weibsvolk. Der herrschen Krieg und ists nicht absehbar zu enden. So trinket einen auf König Rhobar bevor Ihr gehet zur Werbung. Ist gibts mehr Frauen wie Männer unserer Tags und euch ein Scavenger das Gesicht zerpickt so ists Erfolg euch doch gesichert.
Das Frauenzimmer
Frau ist Schön und Geistlos zugleich. Der Herr versuche garnicht erst ihr wirres Tun zu verstehen. Der meist das Weibe ist selber da ganz verwirrt und versteht nicht ganz was um Sie herum sich zutrug. Wäre Sie nicht nütze zum Kinder und Haushalt machen, Mann hätte Sie sicherlich schon bei Zeiten alle totgeschlagen. Es empfiehlt sich Frau gewaschen zu begegnen, so er gar übel aus dem Maul stinkt empfiehlt sich ein Besuch beim Alchemisten. So mit dem Alchemisten Ihr immer gut beraten. Viele Weisen kennt er den Gestank von Geschwüren und offenen Wunden zu vernebeln. So Frau ist ein geschwätziges Ding und ist ganz vernarrt auf das gesprochene Wort. So Ihr macht Aufwartung, ein Gespräch mit eurer Liebsten ist Pflicht. Die mutigen gar fordern das Weib denn Abends zum Tanz. Dreht Sie wild im Kreise, so Sie ganz benommen wird gefügig euch gemacht. Sicher fasst ihr auf den Arsch beim Tanz, die Güte eines Dinges sollte sorgfältig zur Prüfung ausgelegt sein.
Das junge Frauenzimmer
Die jungen Dinger sind herrlich unbedarft. Naiv hängen Sie an jedem eurer Worte. So Ihr könnt Ihnen alles versprechen, doch hütet euch Erwartungen zu schüren die euch später zum Abfall gereichen. Der Sie jung und wohl anzusehen Ihr werdet haben viele Nebenbuhler. Dem manchen verhalf zum Hochzeitsglück das Messer gezückt zur rechten Zeit. Bedenket das Weib ist frisch von Mutters Busen abgestillt, zwar kennt Sie Ihre Pflicht in Haus und Hof doch bleibts abzuwarten ob Sie gar erlerntes vermag in redliches Tun umzusetzen.
Das alte Frauenzimmer
Die alten Stuten mag man teils kaum noch ersehen können, doch wendet euch nicht ab Narr. Diese sind meist Verzweifelt und einfacher zu haben als die frischen. So Sie hatten indes viel Zeit sich zu fragen wofür die Furt in Ihrem Schoß ist nütze. So Sie brennt auf einen Mann um zu lüften dies Mirakel. Der Sie sind meist befleißigter euch Haus und Hof gar schön zu halten.
Die Witwe
So das Mädel in Vergangenheit wohl geschmiert, wird Sie es sehr bald missen. Bringt euch sogleich in Position. Was gibts denn besser als eine Witwe? So ihr erster hat eine harte Hand geführt, Ihr die Flausen bei Zeiten ausgetrieben und für Bett und Stall Sie meist ist unterwiesen. Sicherlich manche hat gar ein, zwei Bälger da. Grämt euch nicht wirds Sie euchs Bett gleich doppelt heiß erwärmen, wenn mit hohem Pfand belastet.
Das Kranzgeld
So du einem dummen Mädel die Ehe versprochen und Sie dir mindest eine Nacht beiwohnte, so sie kann fordern von dir Kranzgeld so du in Zukunft gedenkst die Verlobung zu brechen. So ists Sitte dein Lohn zu Pfänden, meist all dein Verfügen im Herbst. So bedenke wohl ob du kannst dir leisten derlei Missetat. Bedenke nicht nur deinem Beutel mags schaden auch deinem Ruf bei den anderen Damen. So Innos erfand das Wort, wars sein Bruder Beliar der schuf den Tratsch.
Unbedarft im Sumpfland
91. Kapitel darüber was man nicht im Sumpf tun sollte
Kapitel 37: Der Plenusterfisch
Geehrter Leser, solltet euch einst im Sumpfland finden, so sollen euch folgende Hinweise zum Vorteil gereichen. Denkt garnicht erst daran in einem Sumpfloch Wasser zu lassen. Der Plenusterfisch wird der Wärme folgen und nisten in eurem Gehänge. So der Plenusterfisch sich hat in euch eingefunden empfiehlt sich eine bewährte Methode. Lasst euch von einem Sumpfhai fressen. Um einen Sumpfhai zu finden lest nochmals Kapitel 2.
Verdreckte Gerichsakte
Beklagter: Urzin, Bürger der Stadt Khorinis
Der Bürger Urzin wurde des Nächtens beobachtet wie er der jungen Maid Amartha die Unterröcke von der Wäscheleine stahl. Daraufhin verging sich der Bürger an den Wäschestücken und verschleierte sein tun. Darauf besonnen sein lästerliches Treiben zu verbergen versteckte er die Unterröcke in seinem Haus. Nach Anklagung durch Augenzeuge fand die Miliz besagte Kleider bei gründlicher Durchsuchung von Haus und Mobilien.
Der Bürger Urzin konnte keine Beweise vorlegen, die seine Unschuld bewiesen.
Im Namen König Rhobars I. verurteilen wir Urzin zum Tode durch den Strang. Binnen 3 Tagen ist das Urteil zu vollstrecken.
Vergilbte Gerichsakte
Brennt gut!
Beklagter: Hederich, Bürger vom Festland
Hederich erschlug nach einen Zank den ehrenwerten Statthalter Waldemar. Ein Dutzend können es bezeugen als auch die Miliz.
Hederich konnte keine Beweise vorlegen, die seine Unschuld bewiesen.
Im Namen König Rhobars II. verurteilen wir Hederich zum Tode durch den Strang. Binnen 3 Tagen ist das Urteil zu vollstrecken. Auf königlichen Erlass Nummer 3066 wird das Urteil zu lebenslangem Arbeitsdienst in den Erzminen von Khorinis revidiert.
Verwitterte Gerichtsakte
Kaum lesbar.
Bekla....
.....zur Last gelegt wird das Beiliegen mit den Schafen des Großbauern. M.............
Im Namen König Rhobars II. ver.....
Bennets Gerichtsakte
Beklagter: Bennet, Söldner des Großbauern Onar
Der Söldner Bennet erdolchte hinterrücks den Paladin Lothar. Bezeugen mag die Tat der Stadtschreiber Cornelius.
Bennet konnte keine Beweise vorlegen, die seine Unschuld bewiesen.
Im Namen König Rhobars II. verurteilen wir Bennet zum Tode durch den Strang. Binnen 3 Tagen ist das Urteil zu vollstrecken.
Neuerliche Beweise wurden vorgelegt aus den ersichtlich wurde, das Bennet unschuldig ist. Das Urteil wurde revidiert.
Fingers Gerichtsakte
Beklagter: Fingers, Bewohner des Hafenviertels zu Khorinis
Beklagter Fingers wurde von der Miliz dabei erwischt wie er sich unerlaubt in ein Haus im oberen Viertel schlich. Im Haus entwendete er mehrere silberne Mobilien und bediente sich an den Küchenvorräten des Hausherren. Auf frischer Tat von der Miliz überrascht ergab sich Fingers freiwillig und leistete keine Widerstand bei seiner Verhaftung.
Fingers konnte keine Beweise vorlegen, die seine Unschuld bewiesen.
Im Namen König Rhobars II. verurteilen wir Fingers zu 12 Monaten Kerkerhaft und der Entrichtung eines Strafgeldes in Höhe von 200 Goldstücken. Binnen 3 Tagen ist das Urteil zu vollstrecken. Auf königlichen Erlass Nummer 3066 wird das Urteil zu lebenslangem Arbeitsdienst in den Erzminen von Khorinis revidiert.
Der Spickzettel
Im Namen König Rhobars des Zweiten! Träger des Zepters von Varant! Vereiniger der vier Reiche am Myrtanischen Meer! Verkünder des Glaubens an die drei Götter! Statthalter des obersten Gottes Innos!
Verurteile ich dich Verbrecher!
Zur Haft in den Erzminen von Khorinis! Du sollst dort arbeiten bis an dein Lebensende! Auf das du das Unrecht, welches zu begangen hast, wieder ausgleichst!
Khorinis erwach, erhebe dich jetzt
Dichtkunst von der Insel
Khorinis erwach, erhebe dich jetzt, die grausame Nacht hat ein End.
Und Innos schickt wieder die Strahlen hernieder vom blauen Himmelsgezelt.
Der Scavenger singt frohe Lieder ins Tal, das Meer ermuntert uns all.
Und der Bauer bestellt, wieder Acker und Feld, bald blüht es all überall.
Bau auf, bau auf, bau auf, bau auf, freies Khorinis, bau auf.
Fur eine bessre Zukunft richten wir die Heimat auf!
Bau auf, bau auf, bau auf, bau auf, freies Khorinis, bau auf.
Fur eine bessre Zukunft richten wir die Heimat auf!
Allüberall der Hammer ertönt, die werkende Hand zu und spricht:
Khorinis, pack an, brich dir selber die Bahn, fur Frieden, Freiheit und Recht.
Kein Zwang und kein Drill, der eigene Will’ bestimme dein Leben fortan.
Blicke frei in das Licht, das dir niemals zerbricht. Khorinis steh deinen Mann.
Morgahard vor allen
Dichtkunst von der Insel
Heimat, reck deine Glieder, kühn und bearmt ist das Volk!
Breit in den Schultern steht wieder, Morgahard vor uns wie er war.
Morgahard und Morgahard vor allen! Khorinis unsterblicher Sohn.
Maßlos gequält und gepeinigt, blieb er und treu und hielt stand.
In seinem Namen geeinigt, kämpfe, lebendiges Land!
Morgahard und Morgahard vor allen! Khorinis unsterblicher Sohn.
Dass ihre Waffen zerbrechen, schirmen wir Strände und See.
Geben der Welt das Versprechen, standhaft zu bleiben wie er.
Morgahard und Morgahard vor allen! Khorinis unsterblicher Sohn.
Frei unsre Wälder und Auen! Bald strömt das Erz wieder frei.
Brechen den Orks die Klauen, Morgahard ist immer dabei.
Morgahard und Morgahard vor allen! Khorinis unsterblicher Sohn.
Vom Untergang des filigranen Fernkampfes
Bögen, Armbrüste, Ballisten, Katapulte. Brachte die Menschheit je schöneres hervor? Kriegsgerät ohne Platz für Schnörkel. Kein Platz für Kompromisse, die pure und nackte Effizienz des Tötens. Es ist unbesungene, ungeschriebene Geschichte aber die ganze bekannte Welt machte Myrtana sich nicht Untertan weil seine Könige auf Schwerter und Magier vertrauten. Im Verlauf von Jahrhunderten perfektionierten wir die Mechaniken, denn es war uns bestimmt. Selbst der dümmste Bauerssohn vermag eine Steinschleuder zu bauen und zu führen. Die wilden Bestien aus dem Norden, die Orks, sie zerbachen nicht an unseren Schildreihen im ersten Orkkrieg. Es war der nicht enden wollende Hagel von Geschossen der auf Sie niederregnete! Ihre überlegene Kraft, war bedeutungslos. In seiner Eitelkeit gab Beliar Ihnen eine allesüberragende Gestalt. Breit wie Fuhrwerke und genau so hoch. Leichte Ziele waren sie und sie fielen wie die Ähren im Herbst.
Wir waren unvorsichtig. Vom einfachen Jägersmann bis zum Gelehrten, keiner verschwendete auch nur einen Gedanken daran das uns dieser Vorteil einmal genommen werden könnte. Der zweite Orkkrieg tobt nun schon so lange, länger als manch einer auf Morgrad verweilen darf. Zu Beginn des Krieges waren es nur vereinzelte Gerüchte gewesen und kein gestandener Mann schenkte Ihnen glauben, doch nach den ersten Niederlagen wurde es ein geschichtliche Gewissheit. Wer hätte es diesen Gestalten auch zugetraut? Ihre leeren Gesichter, ihre Augen die nicht das Feuer des Verstandes auch nur erahnen lassen. Es war den Orks gelungen eigene Armbrüste, eigene Katapulte zu bauen. Grobe Nachbauten, undurchdachte Nachbauten. Hätte es Ihren Waffen Anfangs nicht an Reichweite und Durchschlagskraft ermangelt, gewiss der Krieg wäre im ersten Sommer verloren gegangen. Doch mit jedem Jahr das verstrich wurden ihre Waffen effizienter und nun sieht es so aus als wären sie den unseren ebenbürtig. Dieses Buch enstand im siebzehnten Jahr des zweiten Orkkrieges und gewiss der Krieg wird noch einmal so lange dauern. Wir kämpfen nicht mehr gegen wilde Bestien wie im ersten Orkkrieg, wir kämpfen gegen einen Gegner der es versteht uns auf allen Gebieten der Kriegsführung Paroli zu bieten.
Kabale und Triebe
4 Akt, 5 Szene
Fedor: Verzeihung für meinen Undank, mein Vater! Ich bin ein verworfener Mensch. Ich habe Ihre Güte misskant. Sie meinten es mir so väterlich. Oh! Sie hatten eine weissagende Seele. Verzeihung! Verzeihung! Ihren Segen, mein Vater!
Vater: Steh auf mein Sohn! Besinne dich, dass du mir Rätsel sprichst.
Fedor: Diese Wäscherin, mein Vater. Oh, Sie kennen den Menschen. Ihre Wut war damals so gerecht, so edel, so väterlich warm. Nur verfehlte der warme Vatereifer des Weges, diese Wäscherin!
Vater: Martre mit nicht, mein Sohn. Ich verfluchte meine Härte! Ich bin gekommen, dir abzubitten.
Fedor: Abbitten an mir?! Verfluchen an mir! Ihre Missbilligung war Weisheit. Ihre Härte war göttliches Mitleid. Diese Wäscherin, Vater.
Vater: Ist ein edles, ein liebes Mädchen. Ich widerrufe meinen übereilten Verdacht. Sie hat meine Achtung erworben.
Fedor: Was? Auch Sie mein Vater? Auch Sie?
Vater: Es ist Verbrechen, Sie nicht zu lieben.
Fedor: Unerhört! Ungeheuer!
Vater: Ist es wert meine Frau zu sein. Ich rechne ihre Schönheit für Gold. Meine Grundsätze weichen meiner Liebe. Sie sei mein!
Fedor: Das fehlte noch! Leben Sie wohl, mein Vater!
Vater: Bleib! Bleib! Wohin stürmst du?
Araxos
Bedauern möge man das arme Volk das auf diesem kargen Felsen im myrtanischen Meer leben muss. Die Sommer sind meist nass und kaum eine Saat in den Boden getrieben mag auf dieser Streusandbüchse gedeihen. Was blieb diesem Volke also anderes übrig als ihr Glück auf dem Meer zu suchen? Kaum ist der junge Knabe dem Mutterschoss entsprungen, zwingt Vater ihm Schiffsplanken unter die Füße. Die Hochseefischer Araxos, schwerlich findet man bessere Seefahrer. Gischt und Gezeiten trotzen Sie seit Alters her und die Früchte des Meeres fordern nicht selten ein Leben als Tribut. Die See ist unwirklich und launisch um Araxos. Das Wetter mag umschwingen in kurzen Augenblicken und die ruhige See wandelt sich in ein stürmisches Weltenende.
Was Araxos den Menschen nicht bot, musste von weit her eingeschifft werden. Der Ruf der Händlergilde von Araxos ist nicht unbegründet. "Ist es Wasser, so werd ichs befahren", so lautet ihr Leitspruch. Die Navigatoren die unter den Kaufleuten von Araxos dienen sind wohl die besten ihres Fachs. Kompass, Sextant, Seekarten, für Sie ist dies Mumpitz. Ein Mann von Araxos segelt nach dem Stand der Sonne und den Sternen. So karg wie Araxos ist, so reich ist es auch und dies allein ist der Verdienst der Händlergilde.
Großtaten der Alchemie
Wer die Magie als ein Geschenk der Götter ansieht, der hatte wohl noch nie das Vergnügen einem Meister der Alchemie gegenüberzustehen. Alles was Magie vermag, vermag die Alchemie ebenso und mehr.
Dem Feuer zu gebieten war nicht immer nur das Privileg eines Feuermagiers. Der Alchemist Syrian vermochte dies ebenso. Syrian war in der Lage ein Öl herzustellen, welches 3 Tage und Nächte brannte. Weder Wasser noch Sand vermochten die Flammen gespeist aus diesem Öl zu löschen und alles was mit ihm in Berührung kam war verloren. Das Wissen um die Herstellung Syrianischen Öls ging mit Syrians Tod verloren. Der da waren viele die versuchten die Rezeptur zu ergründen, aber es gelang keinem einzigen. Von Zeit zu Zeit tauchten noch Abfüllungen von Syrians Feueröl auf, doch war es meist nicht mehr als die Scharlatanerie eines unredlichen Händlers. Das Wissen um das Syrianische Öl ist verloren gegangen und vielleicht tun wird gut daran es dabei zu belassen.
Steckbrief
Ritterbruder Girion ist fahnenflüchtig. Ausgelobt sind 300 Goldstücke für Hinweise die zu seiner Ergreifung führen oder für denjenigen der mir seinen Arsch in meine Amtsstube schleift.
Lord Hagen
Gammliges Tagebuch
Gehörte einst einem Verwilderten
Tag ???
Welcher Tag ist heute? Egal. Ein Glück, dass diese ganze verdammte Insel von alten Schächten und Tunneln durchzogen ist. Wir sind nur knapp einen Orkpatrouille ausgewichen. Ich dachte, ich kenne meine Heimat gut.
Die Orks lassen einen riesigen Durchbruch durch den Fels treiben. Einer der Sklaven ist zusammengebrochen vom stundenlangen Steine schleppen. Ein Aufseher hat ihn einfach ins Tal runter geworfen.
Wir sind jetzt schon 3 oder 4 Tage in diesem Tunnelsystem. Die Orks lassen ohne Pause arbeiten, auch in der Nacht. Wir müssen wohl noch noch ein wenig länger ausharren.
Wage noch einmal Varant
Gabs früher nur unter der Ladentheke
Erheb dich von neuem Varant. Myrtana mag unser Heer zerschmissen haben, aber niemals werden wir diesen Schandfrieden akzeptieren. In Varant blühte vor Äonen schon die Kultur, als Myrtana noch von Sümpfen und Urwäldern überzogen war. Jegliche Kultur die sie sich anmaßen zu besitzen verdanken sie uns. Sie sind zu nichts höherem fähig da zum Kriege. Ihre Kunst, ihre Dichtungen, ihr ganzes Staatswesen huldigt nur dem Kriege. Das Land möge verdorren welches Rhobars Hände berühren. Sein Gott ist Ordnung und seine Ordnung ist Knechtschaft. Nicht in 100 Generationen können wir die Schulden abtragen die er uns aufbürdet.
Die ältesten Geschlechter Varants sind für diesen Krieg gefallen. Unsere ältesten Heiligtümer und Tempel wurden durch die Bestien Myrtanas geschändet und entweiht. Der Krieg hat nicht auf den Schlachtfeldern geendet. Sie wollen uns selbst zerstören und uns umformen zu einem widerlichen Zerrbild ihrer selbst. Sie trachten danach uns zu brechen und Varant dem vergessen anheim fallen zu lassen. Rhobars Statthalter pressen das arme Volk aus wo es nur geht und kaum einer hat noch genug sein Vieh oder gar seine Familie zu nähren. Schon in seinem Heerzug führte er Landvermesser mit sich. Das Blut auf den Feldern war noch nicht versiegt da begannen seine Lakaien schon unseren Grund und Boden neu zu verteilen. Sie nahmen es für sich selbst, vertrieben und enteignet wurden wir, wenn nicht gleich getötet. Ein nicht enden wollender Strom von Siedlern überschwämmt unser Land. Unendliche Summen die Rhobar uns abpresst verwendet er um seine Bauern auf unserem Land anzusiedeln. Sie sind befreit von Steuern und Abgaben und wir sind nicht mehr als die Sklaven die ihre Felder bestellen.
Der Krieg hat uns nicht vernichten können, aber dieser Frieden wird es! Dieser Krieg der nur einen Schuldigen kennt, Rhobar! Jahrelang rüstete Myrtana seine Armeen gegen uns und verletzte unsere Grenzen. Wir ertrugen diese Frechheiten, denn wir wussten aus einem Konflikt mit Myrtana würden wir nicht mehr gewinnen können als Pestilenz und Asche. Der Krieg begann nicht mit einem Schwertstreich. Er begann als Rhobar es unseren Kaufleuten verweigerte magisches Erz zu erwerben. Varant verfügte nie über eigene Quellen für magisches Erz und so zwang er uns zum Angriff. Vor der Geschichte und den Göttern versucht er seine Hände in Unschuld zu waschen. Doch die Wahrheit ergreift nicht Partei! Es blieb uns keine Wahl mehr als der Krieg, jedes weitere zögern hätte Rhobar nur genutzt um weiter aufzurüsten. Unsere Vorräte am magischen Erz neigten sich dem Ende und es wäre nur eine Frage der Zeit gewesen bis Rhobar selbst den Befehl zum Angriff gegeben hätte. Was wäre unsere Gnadenfrist gewesen? 2 vielleicht 3 Jahre bevor uns eine Armee überrollt hätte, eine Armee der wir dann hoffnungslos unterlegen gewesen wären.
Wage noch einmal Varant! Schau in die Gesichter der deinen Bruder und wähle zwischen Knechtschaft und Freiheit.
Die neue Ordnung
Früher war alles besser.
Eine Gnade für jeden ist es das er erleben darf, wie in seiner Zeit alle Reiche sind geeint unter einer Krone. Rhobar dem Zweiten allein zu verdanken ist es das wir standhielten und so tapfer fichten gegen die Orks. Kein Landstrich der da blieb unverschont von ihrem Morden. Alles schien schon verloren doch unerbittlich war Rhobar gegen den Feind. Jede handbreit Land ward teuer erkauft und schon bald kam die Offensive der Orks vollends zum erliegen. Seine Heere nach Nordmar geworfen, seine Flotte entrückt zur Hilfe auf den Südlichen Inseln. Ein jeder der diesen Krieg überstand verdankt sein Leben nur Rhobar und seinen tapferen Soldaten. Es ist sein gutes Recht, Innos selbst hat ihn geprüft und er hat bestanden. Wer, wenn nicht Rhobar der Zweite hat es sich verdient über die ganze Welt zu herrschen? Ein jeder Mann ist indes dazu fähig, doch nur Rhobar ist befähigt. Wir tun gut daran unter seinem Flügel Schutz zu suchen. Die Dunkelheit die uns überkam verbrannte seine Feuer und sein Feuer ist Innos höchstselbst. Milde und weise regiert er die Völker die Innos ihm nun zur Obhut gegeben und gewiss erwartet uns ein goldenes Jahrtausend.
Überall verspürt man das eine neue Zeit angebrochen ist. Handel und Handwerk florieren wie nie zuvor. Aus den entlegensten Winkeln der Welt reisen Menschen und Waren über das myrtanische Meer. Eisern schirmt myrtanas Flotte das Meer und vorbei sind die Zeiten als man als Reisender oder Seemann noch fürchtete von Piraten bedroht zu werden. Vorbei sind die Zeiten streitender Händler und der Schlägereien auf dem Hafenkai. Münzen und Maße sind vereinheitlicht und wird man beschissen so ist es nun nur dem eigenen Unvermögen geschuldet. Recht und Gesetz sprechen allerorts gleich und man kann darauf vertrauen das des Königs Richter nicht auf Stand und Besitz rücksicht nehmen. Verbannt sind die Unsitten der alten Zeiten. Festgelegt nun auch die Sprache auf dem Papiere, nur noch eine Schrift soll es geben verlangte der König und gewiss diese Entscheidung war von göttlicher Einsicht. Tag und Nacht übersetzen die Gelehrten der alten Reiche das Wissen der Jahrhunderte und kaum noch findet man ein Buch was in den alten Weisen geschrieben.
Möge diese neue Ordnung für Jahrtausende bestand haben und möge, so denn unser guter König Rhobar ist nicht unsterblich, Innos uns die Gnade erweisen das seine Blutlinie uns auf alle Zeiten erhalten bleibt.
Königlicher Erlass Nummer 199
Das Ding ist älter als die Zeit
Wir Rhobar,
von Innos Gnaden König von und in Myrtana verkünden wir wie folgt:
Fürderhin nehmen wir für uns die Insel Khorinis selbst zum Lehen.
Die Minen auf der Insel unterstehen uns und über ihre Erträge verfügen allein wir.
Die bekannten Ländereien Khorinis und das Minental Westfest werden aufgelöst.
Die Siedlung auf der Insel wird zur dortigen Residenz ernannt und zu einem Hafen ausgebaut, um den Erztransport nach Myrtana zu ermöglichen.
Zuletzt bestimmen wir, dass die Insel Khorinis fortan einem Statthalter anvertraut wird. Dieser wird in binnen zwei Wochen entsandt.
Myrtanas Lyrik
Kein Wunder, dass wir den Krieg verloren haben
Das Lied der Reue
Am Anfang war die Macht, rein und pur,
heute bleibt nur noch das Echo vom alten Schwur.
Die Zeiten der Einheit schon lang dahin,
nach Hab und Gut steht uns nun der Sinn.
Geteilt ist nun, was einst zusammen.
Verflucht der Geist der uns genommen.
Voll Sehnsucht sind der unsren Lieder.
Die Einigkeit kommt niemals wieder.
Dominique's Ruf
Wir werden seinen Ruhm ernten.
Innos steht bei mir und meinen Brüdern.
Ich werde alle auf meinem Weg wie Schafe schlachten,
denn er ist das Feuer in meinem Herz.
Meine Klinge ist nur ihm geweiht,
an diesem Tag wird sein Name erklingen.
Jeder der sich in meinen Weg stellt,
wird durch meine Hand sterben,
denn ich bin ein Krieger Innos.
Sendars Mauern
Deine Mauern sind für immer Sendar,
keinem Feind gelingt sie einzureißen.
Deine Mauern sind für immer Sendar,
nie Sturm vermag sie umzuschmeißen.
Deine Mauern sind für immer Sendar,
auch die Zeit kann sie nicht schleifen.
Deine Mauern sind für immer Sendar,
ein Narr ist der wagt sie anzugreifen.
Innos befiehl
Sende mir deinen Willen Innos ich will ihn befolgen,
denn dein Wort ist Recht und ich will es vollstrecken.
Gegen deine Feinde will ich herfallen und sie zerschmettern,
deinen Bruder selbst aus seinen Hallen jagen.
Innos nur einen Befehl, ein zages Flüstern im Wind,
es soll mir genügen sie alle niederzustrecken.
Myrtana meine Mutter
Die Leiber unserer Feinde will ich aufstapeln an deinen Grenzen.
Ihr Blut tränkt den Boden und nährt deine goldenen Wälder.
Ihre Leiber zu Standarten, von jeder Mauer sollen sie hängen.
Myrtana, Mutter aller Menschen, heilige Heilsbringerin.
Die ganze Welt soll sehen wie ich die liebe Mutter.
Das Lied des heiligen Rhobar
Heilige Flamme glüh,
glüh und erlösche nie.
Heil Rhobar dir.
Fühl in des Thrones Glanz,
die hohe Wonne ganz,
Liebling des Volkes zu sein!
Heil Rhobar dir.
Sei guter König, hier
lang deines Landes Zier,
Heil Rhobar dir.
Fühl in des Thrones Glanz,
die hohe Wonne ganz,
Liebling des Volkes zu sein!
Heil Rhobar dir.
Chantal Perle von Varant
Chantal Perle von Varant,
schönstes Weib auf Morgrad.
Chantal Perle von Varant,
wann werden wir uns wiedersehen?
Chantal Perle von Varant,
eilig nun der Morgen naht.
Chantal Perle von Varant,
schlimm ist von dir zu gehen.
Mein Herz das springt in tausend Scherben,
ohne dich will ich nicht glücklich werden.
Chantal Perle von Varant,
wann werden wir uns wiedersehen?
Ich sitz so gern in der Schenke
Ich sitze in der Schenke bei lust’ger Tafelrund,
da sich ich gern und trinke so manche frohe Stund.
Und wenn der Wein im Becher glüht, dann singe ich ein Lied:
Ich sitz so gern beim Humpen, da wird das Herz mit weit,
und einen alten Lumpen, so nennen mich die Leut,
und einen alten Lumpen, so nennen mich die Leut.
Ein Freund war einst mein eigen, wir teilten Glück und Harm,
er ward ein feiner Herre, ich blieb mein Lebtag arm.
Und wenn ich nun vorübergeh, schaut er zur Seit’, da tut mir weh.
Drum sitz ich so gern beim Humpen, da wird das Herz mit weit,
und einen alten Lumpen, so nennen mich die Leut,
und einen alten Lumpen, so nennen mich die Leut.
Ich liebte einst ein Mädchen, das schwor mir Lieb und Treu.
Sie ging in Samt und Seide, ich schlief auf Stroh und Streu,
Was liegt daran, sie war ja reich, wenn ich auch elend bin und bleich.
Drum sitz ich so gern beim Humpen, da wird das Herz mit weit,
und einen alten Lumpen, so nennen mich die Leut,
und einen alten Lumpen, so nennen mich die Leut.
Der Hofgerichtstag zu Sendar
Berichten will ich was sie zutrug an dem Tage, als Innos sich uns offenbarte in Gestalt König Rhobars I. In den alten Zeiten war es Sitte noch das der König selbst Recht sprach über die Gefangenen des Reiches. Als des Königs Hof nun in Sendar verweilte war es ihm nun Vorrecht in diesen Zeiten die Urteile zu künden. Sein Hofmarschall Halador bestimmte zu diesem Zwecke den Marktplatz der Stadt, denn auch dem Pöbel und den Geringeren sollte die gütige Strenge des Königs zu teil werden. Der Tag verging mit Bagatellen und Wilddieben. Der König zeigte sich meist milde und die Herzen der Untertanen flogen ihm zu. Den Verlust einer Kuh beglich er einem Bauern sogar aus seinem eigenen Säckel. Der Viehdieb war keine 10 Winter alt gewesen und als der König diese arme Gestalt sah sprach er: "Was soll ich mit dem? Solche kleinen Galgen haben wir nicht. Er kann gehen."
Der Tag neigte sich dem Ende entgegen als der letzte Prozess des Tages vom Hofmarschall Halador angekündigt wurde. Halador hatte ein Gespür für große Auftritte und als der letzte Gefangene des Tages herangeführt wurde verstummte die Menge auf dem Markt als auch der König. Durch einen Bannzauber unterworfen führte der Feuermagier Xardas den Verbrecher heran. Es war Mandrakar, ein Dämonenbeschwörer. Einst war er ein angesehener Magier vom Kreis des Wasser gewesen, doch gab er Beliar seine Seele für verbotenes Wissen. Halador hatte noch nicht begonnen die Anklageschrift vozulesen da donnerte es von den Königs Platz: "Schuldig!" Die Menge verfiel in Jubelrufen. Mandrakar begann zu lachen und mit einem Fingerstreich ließ er den Bannzauber des Feuermagiers schwinden. Xardas wirkte sichtlich irritiert von der sich entwickelten Situation und bevor er überhaupt reagieren konnte erfasste ihn eine Sturmböe gewirkt von Mandrakar. Der Feuermagier wurde buchstäblich über die Stadtmauern katapultiert. "Was will ein Sterblicher beurteilen können, was er nicht versteht? Was will ein König verurteilen, was er nicht vermag zu richten?" entfuhr es Mandrakar und mit einer weiteren Böe fegte er den König von Thron und warf ihn sich vor die Füße. Niemals hatte man ungeheuerlicheres gesehen. Die Menge schickte sich an in wilder Panik zu fliehen doch mit einer einzigen Geste seiner linken Hand gebot König Rhobar ihr Einhalt. Er erhob sich aus dem Dreck des Marktplatzes und sprach zu Mandrakar: "Mit weniger als einem Fingerschnippen vermag ich dich von der Weltenkante und aus der Geschichte zu tilgen. Hüte deine Zunge. Ich bin ein Erwählter Innos und Geschmeiß findet sein Ende an meiner Stiefelhacke." Die Nüstern des Schwarzmagiers weiteten sich und ein verächtliches Schnauben war die Antwort. Der König zog seine Waffe, einen Hammer. Leicht führte er ihn mit nur einer Hand und ließ ihn kreisen. Mandrakar wirkte einen weiteren Zauber auf den König doch dieser parierte ihn einfach, als wäre es ein gewöhnlicher Schwertstreich. Der Dämonenbeschwörer schien sichtlich aus der Fassung gebracht und noch bevor er überhaupt wusste wie ihm geschah fuhr des Königs Hammer auf ihn hernieder. Das Knacken des Schädels war weithin gut hörbar und selbst gestande Männer unter den Zuschauenden drehten sich angewidert weg. Mit den Blut des Unseeligen besudelt wendete sich Rhobar an die Umstehenden als das Tagwerk vollbracht war: "So sehe mein Volk! Ich bin der Günstling des Sonnenherrschers! Ich bin der Statthalter Innos und die Kreaturen Beliars werden mich fürchten!"
Dies ist was sich zutrug am Hofgerichtstag zu Sendar. Erwähnenswert noch der Umstand das ab diesem Tage Hofgerichte im Reiche Myrtanas nicht mehr abgehalten wurden und das Amt des Hofmarschalls nach Haladors dahinscheiden nicht mehr neu besetzt wurde. Der Magier vom Kreis des Feuers wurde tags darauf schwer verletzt in einem Rübenacker gefunden. Der König vergab ihm seine grobe Fahrlässigkeit.
Tybo Zyr
Kannst du Nachts ruhig schlafen Häretiker?
Die niedergeschriebenen Prophezeiungen des Tybo Zyr. Gelehrter und Seher der südlichen Inseln.
1. Prophezeihung
Von den Bergen wird hereinziehen eine schwarze Wolke. Alles Land wird sie bedecken. Weder Kind noch König kann sich ihr entziehen. Groß wird der Hunger sein, den sie bringt.
2. Prophezeihung
Der blaue Schimmern im Felsgestein, er ist nur Trug. Es verdeckt den Blick auf die Wahrheit. Zwei werden da kommen und die Wahrheit erkennen und beide werden sie verstoßen von ihren Brüdern.
3. Prophezeihung
Flammen veröden eine ganze Welt und ein großes Reich wird untergehen.
4. Prophezeihung
Der gelbe Mann wird kommen. Sein Schatten wird ihm folgen und treuer sein als eine rechte Hand. In seinem Gefolge der lange Mann wird schreiten, seine Worte werden seien wie klingendes Münzspiel, auch so sein Gesang. Sie werden die Geschichte ändern.